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Copyright by Ulrike Holbinger |
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Rudolf Kladziwa |
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Rede zur Ausstellungseröffnung am 18.11.1999
in Erinnerung an
Rudolf Kladziwa
von
Wolfgang Andrees, Berlin,
Freund und Schüler

Bilder von Rudolf Kadziwa - Zeichnungen, Aquarelle, Mischtechniken und Radierungen - so steht es in der Einladung zu dieser Ausstellungseröffnung, zu der auch ich als langjähriger Freund des Künstlers Sie herzlich begrüße.
Sie sehen hier eine Auswahl (!) aus seinem reichhaltigen Schaffen und ich muss ausdrücklich sagen: eine kleine Auswahl. Bei der Vorbereitung dieser Ausstellung wurde erst die ganze Fülle seiner Werke deutlich.
Was waren die malerischen Motive seines Schaffens?
Man sieht einige Portraits, einzelne Aktbilder aus der Studienzeit, er malte Blumenstillleben und skizzierte Kirchen und Häuser in Dörfern und kleinen Städten.
Vor allem aber malte er immer wieder Landschaften. Offene Landschaften mit viel Weite und Himmel, das waren seine wichtigsten Motive, die er hier in der Umgebung von Vilsbiburg, seiner dritten Heimat, reichlich gefunden hat. Die hügeligen niederbayerisches Landschaft erinnerte ihn sicher etwas an die Heimat seiner Kindheit in Schlesien. Dort war er in Breslau 1915 geboren worden und verlebte dort seine Schulzeit bis zum Abitur. Mit seinem Vater besuchte er jeden Sonntag die Messe. Daran schloss sich meistens ein Ausstellungs- oder Museumsbesuch an, wodurch sicher sein Kunstinteresse geweckt worden ist.
Im Jahre 1933 zog die Familie nach Berlin. Dort absolvierte er bis 1938 eine Ausbildung in verschiedenen grafischen Druckverfahren an der fotografisch-technischen Lehranstalt Elsner und machte den Abschluss als Geselle für Tiefdruck. Daneben besuchte er Abendkurse an der Hochschule für bildende Künste.
Es folgten nach 1938: Einsatz im Reichsarbeitsdienst, Übernahme durch die Wehrmacht, Kriegseinsatz an der Westfront und 1944 die Gefangenschaf in mehreren Lagern in England und den USA.
1947 konnte er endlich nach Berlin zurückkehren. Er setzte seine Ausbildung fort an der Höheren Grafischen Fachschule für freie und angewandte Kunst in Berlin- Weißensee bei Prof. Ilgenfritz und machte den Abschluss mit der Befähigung als freischaffender Künstler. Es schloss sich ein weiteres Studium an der Hochschule für bildende Künste an.
Von 1951 - 1952 studierte er zwei Jahre Romanistik und Kunstwissenschaft an der Universität in Paris. Dieser Aufenthalt regte ihn zu zahlreichen Skizzen und Zeichnungen an.
Von 1953 - 1956 setzte Rudolf Kladziwa sein Studium in Berlin an der Hochschule für bildende Künste fort und absolvierte gleichzeitig eine pädagogische Ausbildung an der Freien Universität.
Ab 1956 war er an einem Berliner Gymnasium Lehrer für Kunsterziehung, Werkunterricht und französische Sprache bis zu seiner Pensionierung als Oberstudienrat im Jahr 1977.
Die Stadt Berlin und ihre Umgebung hat Rudolf Kladziwa offensichtlich nicht besonders zu künstlerischem Schaffen angeregt. Ihn störte sicher die Enge und die Unruhe der Großstadt - und die schöne landschaftliche Umgebung war nach dem Bau der Mauer 1961 von West-Berlin aus kaum noch zu erreichen.
Aus dieser Zeit in Berlin stammen zwar viele Zeichnungen, jedoch fast ausschließlich von seinen Reisen in europäische Länder: England, Schottland, Dänemark, Frankreich, Spanien, Italien.
Es entstanden Bilder von Städten, Häusern und Booten am Meer, seltener Gebirgslandschaften.
Vor der Natur fertigte er zunächst nur rasche, oft flüchtige Skizzen an, die er erst im Hotel - auf der Bettdecke oder dem Fußboden - zu großformatigen Aquarellen oder Kreidezeichnungen umsetzte.
Ab 1965 hielt sich Rudolf Kladziwa mit seiner Frau häufig, auch für längere Zeiten, in Niederbayern auf. 1975 bauten sie sich in Gerzen ein Haus, in dem sie schließlich ab 1989 ständig wohnten.
Hier in der niederbayerischen Landschaft, die ihn so unmittelbar umgab, inspirierte ihn zu einer regen künstlerischen Tätigkeit.
Die Jahre in Gerzen bis zu seinem Tode im vergangenem Jahr wurden zum Höhepunkt seines Schaffens.
Unermüdlich skizzierte und zeichnete er vor der Natur - manchmal sogar im fahrenden Auto - natürlich war dann am Steuer seine Frau!
Im Atelier seines Hauses entstanden aus seinen Skizzen und Eindrücken kleine Radierungen, manchmal sparsam koloriert, oder große farbige Zeichnungen und Aquarelle. Eine größere Anzahl davon sehen Sie hier in der Ausstellung.
Oftmals wendete er verschiedene Mischtechniken an, die Zeichnung in Bleistift, in Kreide, Feder und Tusche oder einfach mit dem Kugelschreiber - die Farben im Aquarell, mit farbigen Kreiden oder Buntstiften.
So entstand eine große Zahl von geradezu fröhlichen Blumenstillleben und lebendigen Landschaftsbildern, meist in frischen, kräftigen Farben.
Ihn begeisterte als Künstler die Landschaft um das Vilstal mit seien weiten hügeligen Feldern, mit einzelnen Gehöften, einem Dorf oder einer Baumgruppe im Hintergrund. Kirchtürme und Kapellen waren ihm als markante Zeichen in der Landschaft wichtig. Auf seinen Bildern ist viel Himmel mit bewegten Wolken zu sehen. Oft nimmt der Himmel weit mehr als die Häflte der Bildfläche ein. Stets bemühte sich Rudolf Kadziwa in seinen Arbeiten um verschiedene künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und gestaltete deshalb ähnliche Landschaftmotive immer wieder neu.
Rudolf Kladziwa zeichnete und malte mit Leidenschaft, bis seine Zeichnungen von künstlerischen Abbild der Natur am Ende seines Lebens mehr und mehr zu Sinnzeichnungen seiner schweren Krankheit wurden...
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UMZUG von Hundspoint nach Gerzen |
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